Bayerischer Jura. Urlaubsland der Tr䵭e. - www.bayerischerjura.de

Geschichtliche Entwicklung


Schlagadern der Geschichte

Im Bayerischen Jura liegen einer der ältesten Siedlungsplätze Europas! Kulturreste in Form von Steinwerkzeugen finden sich in den Höhlen des unteren Altmühltales aus der Zeit vor etwa 80.000 Jahren. Schon in grauer Vorzeit lebten am Zusammenfluss von Altmühl und Donau Neandertaler als Jäger und Sammler. Später bauten sich dort die Kelten ihr Oppidum "Alkimoennis". An der Steinbergwand in Ensdorf aufgespürte Funde belegen auch für das weiter nordöstlich gelegene Vilstal eine mindestens 12.000 Jahre alte Siedlungsgeschichte. Als die Römer in unser Land kamen, akzeptierten sie hier den mächtigen Fluss der Donau als natürliche Grenze. Nach Nordwesten hin freilich griffen ihre Eroberungen über die Donau hinaus und wurden mit dem berühmten Limes abgesichert. Auch die Bajuwaren folgten mit ihren Siedlungen zunächst den großen Flussläufen.

Dominantes Herrscherhaus: Wittelsbach

Das Donaukloster Weltenburg z.B. gilt als ältestes Kloster Bayerns. Mit den Klöstern Kastl an der Lauterach, Michelfeld an der Pegnitz, Ensdorf an der Vils und Plankstetten im Tal der Sulz wurden im Hochmittelalter innovative Zentren für alle Bereiche des Lebens geschaffen. Die adeligen Grundherren, die Sulzbacher und Wittelsbacher und viele andere, waren es, welche die Rodung und Nutzbarmachung des großen "Nordwalds" vorantrieben. Sie gründeten die Klöster und sicherten das Land mit zahlreichen wehrhaften Burgen auf den "sturmfreien" Lagen der Jurafelsen. Viele davon sind heute malerische Ruinen, die, wie z.B. im Tal der Schwarzen Laber, die Landschafts- und Ortsbilder prägen.

Manchmal entstand in ihrem Schutze aber auch eine Stadt, so z.B. in Parsberg und Sulzbach.Sulzbach, aber auch Amberg und Neumarkt erlangten in Spätmittelalter und Reformationszeit besondere Bedeutung als Residenzstädte der Pfalzgrafen von Wittelsbach. Mit dem so bedeutsamen Adelsgeschlecht der Wittelsbacher ist das Schicksal der Menschen im Bayerischen Jura über viele Jahrhunderte eng verflochten.

Die "Obere Pfalz", in der sich ab dem 14. Jahrhundert eine bedeutsame Eisenindustrie entwickelt hatte, fiel im 30-jährigen Krieg dem Kurfüstentum Bayern zu. Um die neue Bevölkerung in dem jetzt staatlich verordneten Glauben zu festigen, ließ man im 18. Jahrhundert - zur Blütezeit barocker Baukunst - vielerorts neue Kirchen erbauen.

Von den als Maler und Stukkateure, aber auch als Baumeister weltberühmten Brüdern Cosmas Damian und Egid Quirin Asam wurden im Bayerischen Jura eine Vielzahl von Kirchen gestaltet: Amberg, Ensdorf, Michelfeld und dazu Weltenburg und Rohr, die Meisterwerke. Ihre Karriere begann übrigens bei der Ausgestaltung der Klosterkirche von Freystadt - damals noch Helfer ihres Vaters Hans Georg. Vom Beginn der Moderne künden Monumentalbauten des Bayernkönigs Ludwig I.: die hoch über Kelheim thronende Befreiungshalle und der "Ludwig-Donau-Main-Kanal".

Wissenswertes zur Geschichte

Schon Kaiser Karl der Große wollte zwischen Donau und Rhein eine Wasserverbindung bauen. Damals scheiterte der Plan. 1000 Jahre später griff der Bayernkönig Ludwig I. die Idee wieder auf. In 10-jähriger Bauzeit wurde die Verbindung zwischen Rezat und Altmühl geschaffen.
Nach dem Willen des Königs sollte der Ludwig-Donau-Main-Kanal der Verknüpfung von Abendland und Morgenland dienen. Den Wittelsbachern hat der bayerische Staat auch sein "Kleines Staatswappen", die weiß-blauen Rauten, zu verdanken: Seit Ludwig dem Kelheimer (1247) ist es deren Stammwappen.

Montangeschichte und mehr

Um der langen und reichen Geschichte des Bayerischen Juras nachzuspüren, empfehlen sich unsere historischen Straßen und die zahlreichen Museen. Während der Entstehung des Juramassivs reicherten sich zur Dogger- und Kreidezeit in Klüften und Senken Braunerze an. Schon die Kelten wussten um diesen Schatz der Erde. Im Mittelalter entdeckte man reiche Eisenerz-Vorkommen im Raum um Amberg und Sulzbach.

Da mit reichlich Holz aus den Wäldern und der Nutzung der Wasserkraft der Flüsse auch genügend Energie zur Verhüttung und Weiterverarbeitung zur Verfügung stand, entwickelte sich in dieser nördlichen Region ab dem 14. Jahrhundert bald eine bedeutsame und erfolgreiche Eisenindustrie.

Die "Bayerische Eisenstraße" führt von Auerbach und den Stätten der Erzgewinnung im Norden, entlang der Flüsse Vils und Naab, auf denen die Waren transportiert wurden, bis nach Regensburg, dem Hauptumschlagplatz. Markantestes Zeugnis am Wegesrand: Schloss Theuern, ein Hammerherrenschloss. In den Hammerwerken an den Flussläufen wurden einst die Erze sowohl verhüttet als auch weiterverarbeitet.

Dass sich damit gutes Geld verdienen ließ, zeigt der stattliche Bau von Theuern. Heute ist hier das Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern beheimatet, das "wissenschaftliche Herz" der Bayerischen Eisenstraße. Der berühmte Luxemburger-Kaiser Karl IV. war übrigens ein früher Förderer dieser Montanregion. Die von ihm gegründete "Goldene Straße" berührt auch die Region um Sulzbach- Rosenberg.

Bei Berching, dem Kleinod einer mittelalterlichen Stadt, quert die von Nürnberg herkommende "Straße der Kaiser und Könige" den Bayerischen Jura, folgt der Burgenwelt des Altmühltales und richtet sich dann zur großen Reichsstadt Regensburg. Die "Limes-Straße“ und die "Via Danubia“ führen zu Zeugnissen der Römerherrschaft.

Entdecken Sie weitere geschichtliche Spuren:

  • Archäologischer Wanderweg durch den keltischen Siedlungsplatz "Alkimoennis", von Kelheim nach Weltenburg über den Michelsberg führend "Limes-Straße" - von Regensburg über Kelheim zur "Teufelsmauer", touristische Straße bis nach Miltenberg.
  • Die Radelroute "Tour de Baroque", von Neumarkt über das Altmühltal und Regensburg, führt zu den barocken Kunstwerken der Asam-Brüder. Download: Eine Karte der Ferienstraßen (PDF, 1,4 MB) zeigt Ihnen deren genauen Verlauf durch den malerischen Bayerischen Jura.
Burg Prunn
Burg Prunn
 
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Interaktive Karte Bayerischer Jura